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Die 10 besten Motorsport-Strecken in Österreich

Österreich hat eine Motorsportgeschichte, die weit über die Landesgröße hinausgeht. Die Steiermark hat einen der schönsten Formel-1-Schauplätze Europas hervorgebracht, und das bergige Terrain des Landes hat Rallye- und Bergrennsport seit Jahrzehnten begünstigt. Niki Lauda, Jochen Rindt und Gerhard Berger stammen alle aus diesem kleinen Land.

1. Red Bull Ring, Spielberg, Steiermark

Der 4,318-km-Kurs in der Steiermark ist der österreichische Grand Prix-Schauplatz und eine der kompaktesten, zugänglichsten Formel-1-Strecken im Kalender. FIA-Grad 1. Die Strecke wurde 1969 als Österreichring eröffnet und war bis 1987 im F1-Kalender. Nach einer Umbauphase und Neugestaltung durch Red Bull kehrte sie 2014 als Red Bull Ring zurück — kürzer als das Original, aber mit grandioser Zuschauerperspektive durch den hügeligen Charakter des Geländes.

Der Österreich-GP 2024 fand im Juni statt. Die roten Tribünen über der zweiten und dritten Kurve bieten außergewöhnliche Panoramaüberblicke auf den Anstieg zur Remus-Kurve. Das Event zieht ein junges, internationales Publikum, das zu einem erheblichen Teil der niederländischen Verstappen-Fangemeinde entspricht.

Die Strecke hostet auch Motorrad-Events (Red Bull Rookies Cup), DTM-Läufe und eigene Red-Bull-Eventformate.

2. Salzburgring, Salzburg

Der ursprüngliche Salzburgring auf öffentlichen Straßen bei Bergheim nördlich von Salzburg war von 1969 bis 1994 aktiv und beherbergte mehrere österreichische Motorrad-Grands-Prix. Der moderne, permanente Salzburgring (3,6 km) ist ein wichtiger nationaler Motorrad-Trainings- und Rennschauplatz. Das Gelände im Salzburger Becken mit Bergpanorama schafft eine bemerkenswert schöne Kulisse für Motorsportveranstaltungen.

3. Wachauring, Melk, Niederösterreich

Der Wachauring ist Österreichs wichtigster Rallycross-Schauplatz und Gastgeber von Läufen der FIA European Rallycross Championship. Die Kombination aus Schotter- und Asphaltabschnitten auf dem kurzem 930-m-Layout erzeugt typische Rallycross-Intensität. Die Nähe zur Wachau — eine der schönsten Landschaften Österreichs — macht einen Besuch zu einer lohnenden Kombination.

4. Pannoniaring, Niederösterreich

Der Pannoniaring in Teesdorf, Niederösterreich, ist ein 4,25-km-Asphalt-Kurs mit Oval- und Road-Course-Variante, der in den 2000er Jahren als Motorsportzentrum für Österreichs Osten entwickelt wurde. Die Kombination aus Oval und Road-Course auf demselben Gelände — ähnlich wie der EuroSpeedway Lausitz in Deutschland — ist eine Rarität im mitteleuropäischen Motorsport. Vorwiegend genutzt für nationalen Rennsport, DTM-Tests und Herstellererprobungen.

5. Kreischberg Eisrennen, Steiermark

Das Eisrennen auf dem Kreischberg in der Steiermark ist eine österreichische Motorsportbesonderheit: Motorrad-Rennen auf einer zugefrorenen Seefläche bei Murau. Die Fahrzeuge fahren auf langen Eis-Spikes, die mehrere Zentimeter in die Eisfläche eingreifen, und erzielen trotz des rutschigen Untergrunds erstaunliche Kurvengeschwindigkeiten durch Fliehkraft auf dem Oval. Das Event findet im Januar oder Februar statt, abhängig von der Eisqualität, und ist Teil der traditionsreichen österreichisch-bayerischen Eisrennsport-Szene, die auch den Tegernsee und den Weissensee einschließt.

6. Bergrennen Aspang, Niederösterreich

Das Bergrennen Aspang im Landschaft südöstlich von Wien ist eine der ältesten österreichischen Motorsportveranstaltungen und ein regelmäßiger FIA European Hill Climb Championship-Halt. Der steile, enge Anstieg durch die niederösterreichische Voralpenlandschaft stellt Fahrzeuge aus F2- und CN-Klassen vor kurze, intensive Prüfungen. Das Bergrennen-Umfeld hat in Österreich eine starke lokale Identität — die Bevölkerung entlang der Strecke ist aktiver Teil des Events.

7. Graz Straßenrennen (historisch)

Historische Straßenrennen in und um Graz — darunter der Grazer Stadtpreis in den 1920er Jahren und Bergrennen auf alpennahen Straßen südlich der Stadt — bildeten die frühe österreichische Motorsportlandschaft. Diese Tradition ist heute durch moderne permanente Anlagen ersetzt, aber in der Rennhistorie der Steiermark dokumentiert. Das Steirische Motorsportmuseum bewahrt Teile dieser frühen Geschichte.

Österreichische Motorsportfahrer: Von Lauda bis Marko

Österreichs Motorsportgeschichte ist durch wenige, aber prägende Persönlichkeiten definiert. Jochen Rindt (1970-Weltmeister, posthum) war der erste österreichische Formel-1-Champion und starb im Qualifying von Monza — sein einziger Weltmeistertitel wurde nach seinem Tod vergeben. Niki Lauda ist die bekannteste Figur: zweifacher Weltmeister (1975, 1977) mit Ferrari, Vizeweltmeister 1976 nach seinem Nürburgring-Unfall, dann Weltmeister 1984 mit McLaren-Porsche. Laudas Nürburgring-Comeback 1976 nach schwersten Verletzungen ist die legendärste Leistung in der F1-Geschichte.

Gerhard Berger war der Gegenpol zu Laudas Rationalismus: schnell, impulsiv, Freund von Schumacher und bekannt für Rennfahrerstreiche. Helmut Marko, der heutige Red-Bull-Motorsportberater, fuhr selbst Le-Mans-Rennen und verlor bei einem Unfall ein Auge. Sein Einfluss auf das Red-Bull-Juniorprogramm hat mehr Formel-1-Fahrer produziert als jedes andere Entwicklungsprogramm.

8. Österreichring — Historische Streckengeschichte

Der ursprüngliche Österreichring war ein 5,911-km-Kurs mit einem Trassenverlauf durch das hügelige Steiermark-Gelände, der erheblich größer war als der heutige Red Bull Ring. Zwischen 1969 und 1987 fanden hier 18 Formel-1-Grands-Prix statt. Die Charakterkurve des alten Layouts — der lange, schnelle Bogen über dem Tal — existiert nicht mehr; der aktuelle Red Bull Ring nutzt nur einen Bruchteil des ursprünglichen Geländes und hat den Charakter eines modernen, sicherheitsorientierten Designs.

9. Waldviertel Rallye

Die Waldviertel Rallye in Niederösterreich ist ein nationaler Rallye-Lauf auf Forst- und Landstraßen der Waldviertler Hochlandregion im Norden Österreichs. Das Gelände ist weniger dramatisch als Alpenrallyes, aber die engen Waldwege liefern spektakulären Schotterpisten-Motorsport.

10. Greinbach Motorsport Park

Der Greinbach Motorsport Park in der Steiermark ist eine kleinere Kart- und Kleinstrecken-Anlage, die als wichtiges Entwicklungszentrum für österreichische Nachwuchsfahrer gilt. Mehrere österreichische Motorsportkarrieren haben hier begonnen.

Besuch des Österreich Grand Prix am Red Bull Ring

Das Österreich Grand Prix in Spielberg ist logistisch eines der angenehmsten F1-Events. Die Steiermark-Alpen-Kulisse, die überschaubare Streckengröße (4,318 km, kompaktes Layout) und die hervorragenden Hangblicke von der Tribüne auf mehrere Streckenabschnitte gleichzeitig machen das Event besonders für erstmalige F1-Besucher zugänglich.

Shuttle-Busse vom Bahnhof Zeltweg (direkte Zugverbindung von Graz und Wien) laufen an allen Veranstaltungstagen. Das Camping auf dem Hillside-Bereich bietet alpine Atmosphäre; kühle Nächte auch im Juni sind normal. Die roten Red Bull-Tribünen über den Kurven 2 und 3 sind die meistfotografierten Standpunkte des Events.

Das Red-Bull-Ring-Wochenende hat zuletzt vermehrt niederländische Verstappen-Fans angezogen, die die kürzere Anreise gegenüber Zandvoort schätzen — orange Fangruppen sind ein fester Bestandteil der Atmosphäre geworden.

Österreich und der Motorsport: Kulturkontext

Die österreichische Motorsportkultur ist eng mit der Steiermark verbunden — dem Heimatland von Niki Lauda, dessen Geschichte das Ferrari-versus-McLaren-Rivalitätsprogramm der 1970er Jahre mitdefinierte, und der Heimat des Red Bull Rings. Laudas Karriere ist die dramatischste in der F1-Geschichte: der Nürburgring-Unfall 1976, die Rückkehr sechs Wochen später, der Titelkampf gegen James Hunt im Regen von Japan. Red Bull als Unternehmen hat österreichischen Motorsport global gemacht: Der Red Bull Ring, Red Bull Racing F1 (Weltmeister 2010, 2011, 2012, 2013, 2022, 2023) und das Junior-Fahrerprogramm sind Ausdruck eines nationalen Selbstverständnisses, das Motorsport als Markenanker versteht.

Alle auf einen Blick

Alle österreichischen Schauplätze sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Der Red Bull Ring ist per Zug von Graz (45 min) und Wien (2,5 h) erreichbar; das Event hat eigene Shuttle-Dienste ab Zeltweg; für Camper ist die direkte Zufahrt ab Spielberg möglich.